Der Fachgruppentag der Fachgruppe Kataster und Vermessung fand am Dienstag den 26.11.2024 in der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund statt.
Als Gast begrüßten wir Herrn Stephan Heitmann vom Ministerium des Innern des Landes NRW. Herr Heitmann berichtete über den bundesweiten Stand der ALKIS-Migration in das neue Datenmodell GeoInfoDok 7 aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen und der fachlichen Weiterentwicklung des Liegenschaftskatasters.
Des Weiteren gab er einen Einblick über seine Arbeit als Leiter des Arbeitskreises Liegenschaftskatasters der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV). Er schilderte über die nicht vermittelbare Situation gegenüber der Wirtschaft und Verwaltung, dass das Liegenschaftskataster über 16 Stellen bereitgestellt werden muss und keine bundesweit einheitliche Bereitstellung erfolgt. Aber auch die unterschiedlichen Modellierungen in den einzelnen Bundesländern, bzw. allein in NRW in ATKIS und ALKIS aufgrund von fehlenden bundeseinheitlichen Vorgaben, ist den Nutzern des Liegenschaftskatsterns kaum zu erklären.
An der DruckmaschineGerade als es spannend wurde, unterbrach uns unsere eigene Tagesordnung mit dem nächsten Punkt: der Führung durch die Ausstellung der DASA.
Unser Guide wartete bereits voller Tatendrang auf uns. Mit seiner lebhaften Darbietung tauchten wir direkt in die Welt des Buchdrucks ein. Für die Eignungsprüfung eines Setzers musste man in der Anfangszeit des Buchdruckes unglaubliche Strapazen über sich ergehen lassen (z.B. Zahn ziehen lassen). Die Welt lebte damals frei nach dem Motto „dummes Fleisch muss weg“. Der Arbeitsschutz steckte noch in den Kinderschuhen. Als kleine Erinnerung an dieses Thema durfte eine Teilnehmerin etwas drucken.
Simulation im HelikopterDie „Fahrt“ ging in einer alten Straßenbahn der 1930er Jahre weiter. Ein Freiwilliger aus unseren Reihen durfte seine Multitasking Fähigkeit als stehender Bahnführer unter Beweis stellen. (Sitzende Beschäftigte galten damals als faul). Die „Simulation“ einer Vollbremsung zeigte uns die Schwierigkeiten dieses Berufs auf eine amüsante Art sehr deutlich. Neben dieser „Simulation“ kann man in der Dauerausstellung auch ein Gefühl für das Steuern eines LKWs bekommen oder auch das Steuerhorn im Cockpit eines Flugzeugs in den Händen lenken.
Die nächste Station „Die Arbeit am Bildschirm“ war uns Beamt*innen schon ziemlich vertraut. Gezeigt wurde allerdings, wie ein optimaler Aufbau und Handhabung aussehen kann, damit wir alle lange gesund bleiben können. Das Wichtigste bei allen Berufen bleibt aber „die nächste Haltung“ ist die gesündeste Haltung.
Das Mittagessen fiel dann recht kurz aus, da wir die Fortsetzung von Herrn Heitmanns Präsentation kaum erwarten konnten. Die anschließende Diskussionsrunde über ALKIS-Verfahrenslösungen, die Vor- und Nachteile einer zentralen Datenhaltung, der Novellierung des Vermessungs- und Katastergesetzes NRW und die Zukunft der Gebäudeeinmessungsplicht war sehr lebhaft und hätte bestimmt noch bis in den späten Abend hineingereicht. Allerdings hat uns wieder einmal unsere eigene Tagesordnung ausgebremst: Der Bericht aus dem Fachgruppenvorstand und der Landesleitung.
Herr Heitmann verabschiedete sich also mit den Worten, dass wir uns nicht zu viele Sorgen über die Zukunft machen sollen, wir einfacher werden müssen und im miteinander Reden viele Lösungen zu finden sind.
Ein sehr gelungener Tag weckte bei den Teilnehmer*innen das Bedürfnis im neuen Jahr 2025 da anzuschließen, wo man jetzt aufgehört hatte und bei der Novellierung des Vermessungs- und Katastergesetzes NRW mitreden zu dürfen.
Wir danken Herrn Heitmann und den Organisator*innen für die Ausrichtung und Gestaltung des Fachgruppentages.
Text: Judith Bernecker und Saskia Reicks