In der Landesregierung Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell Überlegungen zur Einführung von Großlaufbahnen. Damit sieht die Landesregierung die Möglichkeit, als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Was an einer Großlaufbahn attraktiver sein soll, ist für den BTB NRW allerdings noch nicht erkennbar. Die Überlegungen gehen da hin, die Vielzahl der bestehenden Laufbahnen, in Nordrhein-Westfalen sind es 41, zusammen zu fassen. Sicherlich möchte die Landesregierung für verwandte Fachbereiche die Laufbahnen bündeln und die Anzahl von 41 Laufbahnen damit reduzieren. Im Rahmen eines Gesprächs mit dem dbb nrw erklärte Staatssekretär Dr. Patrick Opdenhövel aus dem Finanzministerium: „Damit schaffen wir mehr Flexibilität beim Personaleinsatz in der Verwaltung.“
Der Wunsch der Landesregierung, das Personal flexibler einzusetzen ist nachvollziehbar, trifft aber nicht den Kern des aktuellen Problems des Fachkräftemangels in den technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen.

Das Fehlen von Fachkräften kann nicht durch einen flexibleren Einsatz der noch vorhandenen Fachkräfte ausgeglichen werden. Jede Personalverschiebung reißt eine neue Lücke.
Für den BTB NRW darf die Bündelung von Laufbahnen der technischen Fachverwaltungen nicht zu Kompetenzverlusten in den Fachverwaltungen führen. Die Fachgesetze und -verordnungen erfordern eine hohe technische und naturwissenschaftliche Fachkompetenz. Diese muss in den Laufbahnausbildungen vermittelt werden. Es macht aus Sicht des BTB NRW wenig Sinn, unterschiedliche Fachlichkeiten im Bereich Naturwissenschaft und Technik zusammenzufassen. Nach aktuellem Kenntnisstand spricht demnach nichts für die Bildung von Großlaufbahnen für die technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen. Der Diskussionsprozess steht noch ganz am Anfang. Der BTB NRW wird sich für den Erhalt der Fachkompetenz und die Ausbildungsqualität der technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen einsetzen und am Thema dranbleiben.